Apropos Architects

AA

 

2026 Anerkennung Bildung Interieur Kultur Nezařazené Öffentliches Realisiert Wettbewerb

EXPO 2025

Tschechischer Nationalpavillon für die EXPO 2025 in Osaka
1st Preis im offenen Wettbewerb, Realisiert
Osaka, Japan, 2025

Ing. arch. Michal Gabaš
Ing. arch. Tomáš Beránek

Ing. arch. Nikoleta Slováková
Ing. arch. Tereza Šváchová

Mitarbeit:

Eva Gabaš Rosenová
Kryštof Jireš
Jana Watersová
Laura Lukáčová
Miroslav Slezák
Natálie Poláková
Alexandra Mishchenko
Magdalen Havlová

Visuelle Kommunikation: Lunchmeat Studio 

Jakub Pešek
Jan Kistanov
Jiří Kubalík

Ausstellungskonzept:

Lucie Drdová
Rony Plesl
Jakub Matuška aka Maskér
Lunchmeat Studio

Foto: BOYS PLAY NICE

Das Gestaltungskonzept des Tschechischen Nationalpavillons für die Weltausstellung in Osaka basiert auf der Spirale — dem Besucherweg, der sich um das Gebäude nach oben windet, sich allmählich erweitert und die Entwicklung der Gesellschaft sowie die Formung ihrer Vitalität symbolisiert. Die dynamische, spiralförmige Aufwärtsbewegung kann auch den idealen Lebensweg darstellen, einschließlich persönlicher und sozialer Entwicklung sowie des Bildungsverlaufs.

Der Pavillon lädt die Besucher dazu ein, sich nach oben zu bewegen, was körperliche Anstrengung erfordert, während die Inhalte der Ausstellung geistiges Engagement und Reflexion über kulturelle und spirituelle Werte fördern. Durch die aktive Bewegung durch den Pavillon und die Aufnahme der kulturellen Inhalte der Ausstellung erfahren die Besucher eine Stärkung und Formung ihrer inneren Vitalität. Das architektonische Konzept manifestiert sich in einer dynamisch geformten Masse, die nach außen leicht, transparent und luftig wirkt und scheinbar der Schwerkraft trotzt. Bei näherer Betrachtung wird jedoch eine klare und präzise geometrische Strukturlogik sichtbar, die im gesamten Gebäude zum Ausdruck kommt.

Der Pavillon nutzt seine prominente Lage am Rand der Uferpromenade. Bei jedem Wetter zieht er die Aufmerksamkeit durch seine dominante, eigenständige Form und die visuelle Wirkung der glastransparenten Gebäudehülle auf sich. Diese Hülle erinnert an die reiche Geschichte der Glasherstellung auf tschechischem Boden und bietet zugleich unkonventionelle Ausstellungsräume mit wechselhafter innerer Atmosphäre.

Die Silhouette des Pavillons ist ikonisch. Die Spirale — ein Symbol des Aufwärtsstrebens — reagiert auf die innere Anordnung des Gebäudes. Eine barrierefreie spiralförmige Rampe der Ausstellungsflächen umschließt die zentrale multifunktionale Halle – das Auditorium. Mit einem Innendurchmesser von 15,5 Metern erhebt sich das Auditorium 12 Meter über das Erdgeschoss. Zusammen mit ihm steigt die Ausstellungs-Spirale auf, deren Bewegung von der Besucher-Rampe widergespiegelt wird, die Sitzterrassen innerhalb des Auditoriums bildet. Die Sitzbereiche sind an mehreren Stellen auch mit dem Ausstellungsweg verbunden, sodass die beiden Funktionen bei Bedarf getrennt oder integriert werden können.

Die Spirale, die sich logisch um das zentrale Auditorium windet, dient sowohl als Ausstellungs- als auch als Erschließungsrampe und ermöglicht den Besuchern einen reibungslosen, linearen Aufwärtsweg. Der Gesamtrundgang misst 260 Meter, wobei sich die Breite an Ein- und Ausgang von reinen 1,8 Metern auf breitere Ausstellungsflächen erweitert. Die Nischen des inneren Auditoriums-Zylinders werden ebenfalls für Ausstellungszwecke genutzt. In zwölf Metern Höhe mündet die Rampe auf eine großzügige Aussichtsplattform mit einer Dach-“Krone”, in der sich die VIP-Lounge befindet. Die Besucher genießen nicht nur den Blick auf die ruhige Meeresoberfläche, sondern auch Durchblicke durch das Glas-Oberlicht hinunter in das Auditorium.

Eine Treppe, eingebettet in die hohlen Doppelwände des Zylinders, dient dem Abwärtsweg und führt zum Erdgeschoss, das das Restaurant beherbergt und den Abschluss der Ausstellung bildet. Parallel zur Besuchertreppe verläuft eine zweite Treppe im inneren Zylinder für die Funktionen des Auditoriums und verbindet das Restaurant im Erdgeschoss, das Auditorium und seine Sitzterrassen sowie die VIP-Lounge im obersten Stockwerk. Dieses doppelte Treppensystem erlaubt es, die Abläufe von Ausstellung und multifunktionalem Saal bei Bedarf vollständig zu trennen. Barrierefreier Zugang wird durch einen Aufzug im westlichen Bereich des zentralen Zylinders gewährleistet.

Das Tragwerk besteht aus kreuzweise verleimten Holzplatten (CLT), die den zentralen Kern des Auditoriums mit integrierten Treppen und Aufzug bilden. Der Kern wird durch horizontal verlegte Platten ergänzt, die die Ausstellungs-Spirale nach außen und die Auditoriums-Balkone nach innen formen. Der Grundriss des Gebäudes ist in 36 Segmente unterteilt, die auf den unteren Geschossen den Kreis regelmäßig gliedern und auf den oberen Geschossen eine Ellipse definieren, die die Hülle und Masse des Pavillons formt.

Im Einklang mit dem Gesamtkonzept des Ausstellungsgeländes ist die Hauptenergiequelle des Pavillons Strom. Seine Geometrie trägt aktiv zur Verschattung der Innen- und Außenräume bei. Das Gebäude ist mit einer zentralen Lüftungsanlage ausgestattet, die sich im Technikbereich des Untergeschosses befindet und an eine zentrale Kältequelle angeschlossen ist.

Weitere Projekte